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CO- und Gaswarnmelder

Es ist geruchs- und geschmacklos und schon wenige Atemzüge können zum Tod führen: Kohlenmonoxid entsteht bei einem unvollständigen Verbrennungsvorgang. "Häufig sind mangelnde Belüftung, fehlerhafte Verbrennung in Öfen oder Defekte an Gasthermen die Ursachen", warnt Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), vor dem Hintergrund der tödlichen Kohlenmonoxidvergiftung bei sechs jungen Menschen in Arnstein (Bayern). "Immer wieder kommt es auch zu Einsätzen der Feuerwehr aufgrund ausgasender Kohlereste etwa von Shisha-Pfeifen oder Grills in geschlossenen Räumen".

Kohlenstoffmonoxid oder Kohlenmonoxid (CO), ist ein giftiges Gas. Bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Stoffen unter Sauerstoffmangel entsteht Kohlenmonoxid. Das heimtückische an Kohlenmonoxid ist, dass es vom Menschen nicht wahrgenommen werden kann, denn es ist unsichtbar, geruchlos und geschmacklos. Aus diesem Grund wird das hochgiftige Gas auch oftmals als "Leiser Killer" bezeichnet. CO-Gas entsteht unter anderem durch Haushaltsgeräte welche kohlenstoffhaltige Substanzen bzw. fossile Brennstoffe wie beispielsweise Erdgas, Flaschengas, Stadtgas, Holz, Öl oder auch Holzkohle unter unzureichender Sauerstoffzufuhr verbrennen. Bei defekten oder nicht ordentlich gewarteten Geräten wie z.B. Heizungsanlagen, Heizkesseln, Gasthermen, Öfen, Kaminen, bei der Freisetzung von Autoabgasen oder bei nicht ordnungsgemäß funktionierenden Abluftanlagen kann Kohlenmonoxid in den Wohnraum strömen und wird dann schnell zur tödlichen Gefahr. Experten schließen zudem nicht aus, dass ein möglicher Grund für Kohlenmonoxidvergiftungen auch in "zu gut" isolierten Wohnungen liegen könnte. Insbesondere in den Wintermonaten werden Wohnräume besonders gut abgedichtet um Heizkosten zu sparen. Dadurch wird den Brennern nicht ausreichend Sauerstoff zugeführt wodurch in Folge Kohlenmonoxid entsteht.

Atmet der Mensch eine erhöhte Kohlenmonoxidkonzentration ein, bindet sich das CO direkt an die roten Blutkörperchen (Hämoglobin) und blockiert damit die Aufnahme von Sauerstoff im Blut. Infolgedessen kommt es schnell zu einem Sauerstoffmangel und den damit verbundenen Gesundheitsgefährdungen. Aufgrund der Sauerstoffunterversorgung muss das Herz mehr leisten, um die notwendige Sauerstoffversorgung aufrecht zu erhalten, dafür benötigt es mehr Sauerstoff, es kommt zu Sauerstoffmangel. Schon geringe Mengen eingeatmeten Kohlenmonoxids führen zu irreversiblen Herz- und Hirnschäden, größere Mengen zum Tod. Bei einer Kohlenmonoxidvergiftung ähneln die anfänglichen Symptome einer ohne Fieber verlaufenden Grippe. Der Mensch klagt hierbei über Schwindel, Übelkeit, schweren Kopfschmerzen, Desorientiertheit und Erbrechen. Man sollte schon bei den ersten Anzeichen einer Kohlenmonoxidvergiftung sofort zum Arzt gehen bzw. die Rettungsmittel Feuerwehr und Rettungsdienst verständigen. Folgende Symptome treten bei einer Kohlenmonoxidvergiftung häufig auf:

  • Geringe CO-Belastung: Leichte Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit ("grippeähnliche" Symptome)
  • Mittlere CO-Belastung: Benommenheit, starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit, erhöhte Herzfrequenz
  • Hohe CO-Belastung: Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit, kardiorespiratorisches Versagen, bleibende körperliche Schäden, Tod

Die Grenzwerte der CO-Konzentration in der Luft und deren ungefähre Inhalationszeit und Symptome (ppm = parts per million):

  • 50ppm - Höchster CO-Wert der bei andauernder CO-Einwirkung über einen Zeitraum von 8 Stunden zulässig ist.
  • 200ppm - Leichte Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Übelkeit nach 2-3 Stunden.
  • 400ppm - Mittlere Kopfschmerzen im Stirnbereich nach ca. 1-2 Stunden. Lebensgefahr nach 3 Stunden.
  • 800ppm - Schwindel, Übelkeit und Krämpfe innerhalb von 45 Minuten. Bewusstlosigkeit innerhalb von 2 Stunden. Todeseintritt nach 2-3 Stunden.
  • 1600ppm - Schwindelgefühl, Kopfschmerzen und Übelkeit treten innerhalb von 25 Minuten auf. Führt innerhalb von 1 Stunde zum Tod.
  • 3200ppm - Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit innerhalb von 5 bis 10 Minuten. Tod innerhalb von 25 bis 30 Minuten.
  • 6400ppm - Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit nach 1-2 Minuten. Tod innerhalb von 10-15Minuten.

Nach einer Kohlenmonoxidvergiftung reicht es nicht aus, einfach nur Frischluft einzuatmen, um den Sauerstoffmangel im Blut auszugleichen. Die Regeneration des Körpers kann nur erfolgen, indem überproportional viel Sauerstoff in den Blutkreislauf gelangt. Bei einer Hyperbaren Sauerstofftherapie kommt es zum Austausch des im Körper eines Patienten befindlichen Kohlenmonoxids gegen Sauerstoff. Diese Behandlung findet in einer Druckkammer statt. Hierbei atmet das Vergiftungs-Opfer reinen Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck für einen definierten Zeitraum ein. Der Feuerwehr Schillingen gibt deswegen folgende Handlungshinweise:

  • Achten Sie beim Betrieb von Shisha-Pfeifen oder ähnlichen Geräten auf ausreichende Belüftung. Grillen Sie nie in geschlossenen Räumen - dies gilt auch für das Abkühlen der Kohle!
  • Nehmen Sie beim Betrieb von Verbrennungsöfen oder gasbetriebenen Geräten plötzlich auftretende Kopfschmerzen ernst - sie sind ein erstes Anzeichen für eine mögliche Vergiftung. Begleitet werden sie unter Umständen von Bewusstseinseintrübung.
  • Beim Verdacht des Auftretens von Kohlenmonoxid verlassen Sie sofort den betroffenen Raum. Sofern möglich, sollte man die Fenster öffnen, um zu lüften.
  • Wenn es Ihnen ohne Eigengefährdung möglich ist, schalten Sie das möglicherweise verursachende Gerät aus oder entfernen den Auslöser aus der Wohnung.
  • Alarmieren Sie im Verdachtsfall Feuerwehr und Rettungsdienst über die europaweit gültige Notrufnummer 112!

Nicht nur umsichtiges Handeln, sondern auch Vorsorge kann dazu beitragen, Unfälle zu verhindern. Die Feuerwehr Schillingen rät: Ein wichtiger Beitrag zur Prävention ist die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage zum Beispiel durch den Schornsteinfeger. Diese ist ein Mal pro Jahr Pflicht. So kann beispielsweise festgestellt werden, ob ein Lüftungskanal blockiert wird und die Heizgase oder Abgase daher nicht einwandfrei abziehen. Dies kann auch durch Vogelnester verursacht werden. Verwenden Sie die Anlagen sachgemäß. Bei Etagenheizungen sind die Lüftungsschlitze der jeweiligen Türen der Gasthermen frei zu halten und nicht zu verstellen, sonst erhält die Anlage zu wenig Sauerstoff.

Es gibt mittlerweile Rauchmelder, die auch vor der Freisetzung von Kohlenmonoxid warnen. Ist schon ein gängiger Rauchmelder vorhanden kann zusätzlich ein CO-Warnmelder angeschafft werden oder ein Gaswarnmelder.

CO-Warnmelder

CO-Warnmelder

Ein Kohlenmonoxidmelder wird idealerweise im Schlafzimmer installiert. Dort ist er immer in Reich- und Hörweite und wird zudem nicht übermäßig durch Staub oder Schmutz beeinträchtigt. Aus diesem Grund ist es auch nicht sinnvoll, einen Melder in der Küche oder im Bad anzubringen. Dort reagiert der Sensor aufgrund genannter Umstände und der hohen Luftfeuchtigkeit nicht zuverlässig. Nach Möglichkeit sollte in jedem Stockwerk und Korridor ein Melder installiert werden. Entscheidend ist, dass ein etwaiger Alarm im gesamten Haus zu hören ist und frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden können. Kohlenmonoxid wiegt genauso viel wie Luft und verteilt sich dementsprechend im gesamten Raum. Hindernisse wie beispielsweise Möbel und Vorhänge sollten beachtet werden, die die Funktion des Melders beeinträchtigen können. Außerdem sollte der Melder nicht in der Nähe von Deckenventilatoren oder Türen und Fenstern mit Frischluftzufuhr installiert werden. Zu brennstoffbetriebenen Geräten wie etwa Kachelöfen ist ein Mindestabstand von 2 Metern einzuhalten. Kohlenmonoxidmelder überwachen mittels elektrochemischen Sensoren, welche auf Grund ihrer hohen Empfindlichkeit eingesetzt werden, kontinuierlich die CO-Konzentration der Umgebungsluft. Sobald die Kohlenmonxidwerte bestimmte Schwellenwerte erreichen, welche in der EN 50291 Norm festgelegt sind, wird der CO-Alarm ausgelöst.

Installation von CO-Warnmelder

Installation von CO-Warnmelder

Leider kommt es immer wieder vor, dass Personen die auf der Suche nach einem Kohlenmonoxid Melder sind irrtümlicher Weise einen Gasmelder zur Detektion von Erdgas oder Flüssiggas erwerben. Natürlich ist Kohlenmonoxid genauso wie Methan, Butan oder Propan ein Gas, dennoch werden Warnmelder zur Detektion von Kohlenmonoxidgas in der Regel ausdrücklich als CO-Melder oder Kohlenmonoxid Melder bezeichnet. Unter einem Gasmelder versteht man hingegen weitläufig ein Gerät zur Detektion von Erdgas oder Flüssiggas. Zwar existieren auch Gasmelder die sowohl Flüssig- und Erdgas als auch CO-Gas detektieren können, jedoch ist hier Vorsicht geboten, da Kohlenmonoxid und Erdgas (Methan) leichter sind als Luft und deshalb aufsteigen, Flüssiggas (Butan, Propan) jedoch schwerer ist und demzufolge absinkt. Das bedeutet, dass diese Gasmelder zwar theoretisch in der Lage sind alle Gase zu erkennen, eine zuverlässige Detektion jedoch auf Grund der unterschiedlichen Gas-Dichte mit einem einzelnen Gerät nicht möglich ist. Ein weiterer entscheidender Unterschied zwischen einem CO-Melder und einem Gasmelder für Erd- und Flüssiggas liegt in der Art der Stromversorgung. Während Kohlenmonoxidmelder problemlos über mehrere Jahre hinweg mit Batterien betrieben werden können ist dies bei einem Gasmelder nicht möglich. Gasmelder werden je nach Anwendungsgebiet entweder über das 230V Stromnetz oder direkt über ein 12V Stromnetz betrieben.

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